Entstehung

1840 geht Bürgermeister von Schücking in Pension; Nachfolger wird sein späterer Schiegersohn Bernhard Wessel. Wohnung und Dienstgebäude ist das von Christian Heyne vermietete Haus Schloßstraße 5 (spätere Kaplanei). Als erstes läßt er für annähernd 40 Thaler ein neues Brandleiternhaus bauen. Als sich 1842 die Kolben der altgedienten ersten Spritze abgenutzt und unbrauchbar erweisen, werden beim Schmiedemeister Melichior Zumegen, einem pfiffigen Tüftler und Erfinder der ersten Dreschmaschine, neue in Auftrag gegeben.

„Die Kolben der hiesigen Brandspritze no 1 waren gänzlich abgenutzt, wodurch das Wasser größten Theils oben aus den Stiefeln des Windkessels geworfen wurde, und ein großer Theil an der Kraft der Spritze verloren ging, weshalb eine eilige Neubeschaffung erforderlich wurde, die laut Anlage vom Gemeinderath für nöthig erachtet worden ist. Vorgedachte Kolben sind nur vom Schmiedemeister Zum Egen auf eine ganz neue Art eingerichtet und verfertigt worden, so daß die Stiefeln des Windkessels beim Pumpen gar keine Druck zu erleiden haben. Da nun bei Versuchen an der Spritze sich ergeben hat, daß die Kolben nebst Zubehören zweckmäßig, gut, dauerhaft und mit dem größten Fleiße angefertigt sind und die Spritze dadurch selbst an Kraft bedeutend gewonnen hat, so daß bei derselben gegenwärtig nichts mehr zu wünschen übrig bleibt, soll der Betrag von 10 rthlr. 10 Sgr. Genehmigt worden.

Von weitern Anstrengungen zu Verbesserung des Löschwesen durch Bürgermeister Wessel, der 1860 auf wenig rühmliche Weise aus dem Amt scheidet, erfahren wir nichts. Der pflichtbewußtere Josef Heinrich Möllers, unter dessen dreißigjähriger Ägide die Freiwillige Feuerwehr Sassenberg gegründet wird, läßt die Sitzungen des Gemeinderats ausführlich protokollieren, so daß auch die Bemühungen der Stadtväter um die örtliche Brandbekämpfung überliefert sind.

Protokoll der Gemeindeverordneten Sitzung vom 21. März 1860

Amtmann Möller

Gemeindeverordneter Rüter

Gemeindeverordneter Tönnemann

Gemeindeverordneter Scheiper

Abwesend:

Gemeindeverordneter Moll

Gemeindeverordneter Merschmann

„In heutiger Gemeindevordneten-Sitzung, welche wegen der zu reparierenden Feuerspritze schleunigst angeordnet und zu welcher Gemeindevordnete geladen resp. Gerufen waren wurde beschlossen, die Feuerspritze Nr.1 in hiesiger Stadt nebst Rohr und Schleuche dem Kupferschläger Budde zu Warendorf schleunigst zur Reparatur zu übergeben und die desfalsigen Kosten aus der Gemeindekasse Sassenberg zu bestreiten resp. durch den Amtmann anzuweisen.“

Protokoll der Gemeindeverordneten-Sitzung vom 3.August 1860

Amtmann Möller

Gemeindeverordneter Jansen

Gemeindeverordneter Rottwinkel

Gemeindeverordneter Tönnemann

Gemeindeverordneter Rüter

Gemeindeverordneter Moll

„In der heutigen Gemeindeverordneten Versammlung der Gemeinde Stadt Sassenberg, wozu sämtliche Mitglieder vorschriftsmäßig geladen und nebenstehende erschienen waren, wurde in Anbetracht, daß von den Feuerspritzen hiesigen Stadt die eine total unbrauchbar sei, auch nicht wieder repariert werden könne, beschlossen nach dem von dem Kupferschläger und Spritzenbaumeister Christoph Budde zu Warendorf angefertigten und eingereichten Kostenanschlag, nachdem derselbe in seinen einzelnen Posten von sämtlichen Gemeindeverordneten durchgesehen und in Erörterung gezogen war, von dem besagten Christoph Budde eine neue Feuerspritze mit der Abänderung des Kostenanschlages anfertigen zu lassen, daß ad a pos. 7 die Nabelnkapseln wegfallen sollten.

2. daß ad B pos. 2, 3, 4, 5 (Schmiedearbeiten) durch den Schmidt Jansen resp. durch den Schmidt Zumegen für die Kostenanschlag vermerkten resp. abgeänderten Preise anzufertigen sein.

3. daß ad C N. 2, 3, 4, Wagenarbeiten von dem Schmidt Tönnemann auszuführen und dieser sowie der Jansen resp. Zumengen für die Güte und Dauerhaftigkeit der Arbeit gleich wie der Budde zehn Jahre lang garantieren sollten und

4. daß die Unternehmer nach gelieferter und abgenommener Arbeit derselben in drei nach einanderfolgenden Jahren nach Ablieferung der Spritze anfangend, jährlich zu ein Dritten zu empfangen hätten, ohne jede Zinsvergütung.

Auch beschlossen Gemeindeverordneten, daß Kupferteile der alten Spritze, so wie die unbrauchbaren Handspritzen dem Budde für den laufenden Werth der Materialien zu verkaufen und daß der Budde den Werth derselben sich auf die erst Rate des Preises der neuen Spritze anrechnen lassen müsse.

Protokoll der Gemeindeverordneten Sizung vom 31.Januar 1861

„(…) wurde die unter dem 3ten August pr. a. dem Spritzenmeister Budde zu Warendorf in Arbeit gegebene Feuerspritze, welche heute in Gegenwart der Gemeindeverordneten erprobt worden war, besichtigt. Dieselbe wurde von sämtlichen Gemeindeverordneten als gut ausgeführt und contruirt anerkannt und ergab die Probe, daß dieselbe das Wasser über das hiesige Kirchendach in Fülle warf, womit ebenfall Gemeindeverordneten sich zufrieden erklärten und somit die spritze als gut acceptirten.“

Protokoll der Gemeindeverordneten-Sitzung vom 19.Januar 1875

„(…) wurde beschlossen behufs Vervollständigung der Feuerlöschwerkzeuge

1.       25 Stück Löscheimer von Seegeltuch

2.       4 große Laternen mit 4 Stangen zum Aufhängen auf Kosten der Gemeinde anzuschaffen.“

Protokoll der Gemeindeverordneten-Sitzung vom 21.September 1877

„(…) wurde beschlossen, 25 Stück lackirte eiserne Brandeimer à 2 Mark 50 Pfennige von dem Kupferschläger Merkel aus Warendorf anzukaufen, ferner zwei Petroleumsfässer anzukaufen, diese zu Wasserbrandfässer einzurichten und mit dieser Ausführung den Krämer Sommer hierselbst zu beauftragen.“